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Vorübergehen blickte Hans Castorp hinein und fand sie leer.Wo denn die Gäste seien, fragte er, und sein Vetter antwortete In der Liegekur.Ich hatte Ausgang heute, weil ich dich abholen wollte.Sonst liege ich auch nach dem Abendbrot auf dem Balkon.

hielt an einer kleinen Station, es war Davos-Dorf, wie Hans Castorp drau en ausrufen hörte, er würde nun binnen kurzem am Ziele sein.Und plötzlich vernahm er neben sich Joachim Ziem ens Stimme, seines Vetters gemächliche Hamburger Stimme, die sagte Tag, du, nun steige nur aus und wie er hinaussah, stand unter seinem Fenster Joachim selbst auf dem Perron, in braunem Ulster, ganz ohne Kopfbedeckung und so gesund aussehend wie in seinem Leben noch nicht.

werden, in Gottes Namen, ja nicht geradezu sieben Jahre sein Und somit fangen wir an.Ein einfacher junger Mensch reiste im Hochsommer von Hamburg, seiner Vaterstadt, nach Davos-Platz im Graubündischen.Er fuhr auf Besuch für drei Wochen.Von Hamburg bis dort hinauf, das ist aber eine weite Reise zu weit eigentlich im Verhältnis zu einem so kurzen Aufenthalt.

hinaus der Zug wand sich gebogen auf schmalem Pa man sah die vorderen Wagen, sah die Maschine, die in ihrer Mühe braune, grüne und schwarze Rauchmassen ausstie, die verflatterten.Wasser rauschten in der Tiefe zur Rechten links strebten dunkle Fichten zwischen Felsblöcken gegen einen steingrauen Himmel empor.

ungefähr fünfunddrei ig Jahre alt, breitschultrig, fett, bedeutend kleiner als die beiden, die vor ihm standen, so da er den Kopf schräg zurücklegen mu te, um ihnen ins Gesicht zu sehen, und au erordentlich bleich, von durchscheinender, ja phosphoreszierender Blässe, die noch gehoben wurde durch die dunkle Glut seiner Augen, die Schwärze seiner Brauen und seines ziemlich langen, in zwei Spitzen auslaufenden Vollbartes, der bereits ein paar wei e Fäden zeigte.

Balkontür stand offen man gewahrte die Lichter des Tals und vernahm eine entfernte Tanzmusik.Der gute Joachim hatte einige Blumen in eine kleine Vase auf die Kommode gestellt, was eben im zweiten Grase zu finden gewesen war, etwas Schafgarbe und ein paar Glockenblumen, von ihm selbst am Hange gepflückt.

Zeit, sagt man, ist Lethe aber auch Fernluft ist so ein Trank, und sollte sie weniger gründlich wirken, so tut sie es dafür desto rascher.Dergleichen erfuhr auch Hans Castorp.Er hatte nicht beabsichtigt, diese Reise sonderlich wichtig zu nehmen, sich innerlich auf sie einzulassen.

Gleich ihr erzeugt er Vergessen er tut es aber, indem er die Person des Menschen aus ihren Beziehungen löst und ihn in einen freien und ursprünglichen Zustand versetzt, ja, selbst aus dem Pedanten und Pfahlbürger macht er im Handumdrehen etwas wie einen Vagabunden.

treibt nämlich Seelenzergliederung mit den Patienten. Was treibt er Seelenzergliederung Das ist ja widerlich rief Hans Castorp, und nun nahm seine Heiterkeit überhand.Er war ihrer gar nicht mehr Herr, nach allem andern hatte die Seelenzergliederung es ihm vollends angetan, und er lachte so sehr, da die Tränen ihm unter der Hand hervorliefen, mit der er, sich vorbeugend, die Augen bedeckte.

eigentlich schnell hier vergehen, meinte Hans Castorp. Schnell und langsam, wie du nun willst, antwortete Joachim. Sie vergeht überhaupt nicht, will ich dir sagen, es ist gar keine Zeit, und es ist auch kein Leben, nein, das ist es nicht, sagte er kopfschüttelnd und griff wieder zum Glase.

bedenken, sagte er, da ich dergleichen nie gehört habe, da es mir völlig neu ist, da macht es natürlich Eindruck auf mich.Es gibt so vielerlei Husten, trockenen und losen, und der lose ist eher noch vorteilhafter, wie man allgemein sagt, und besser, als wenn man so bellt.

Sechzehnhundert Meter Das sind ja annähernd fünftausend Fu, wenn ich es ausrechne.In meinem Leben war ich noch nicht so hoch. Und Hans Castorp nahm neugierig einen tiefen, probenden Atemzug von der fremden Luft.Sie war frisch und nichts weiter.

Joachim lachte ebenfalls herzlich es schien ihm wohlzutun, und so kam es, da die jungen Leute in gro er Aufgeräumtheit aus ihrem Wagen stiegen, der sie zuletzt im Schritt, auf steiler, schleifenförmiger Anfahrt vor das Portal des Internationalen Sanatoriums Berghof getragen hatte.

spielt solch eine Rolle in unserem Alter, es bringt im Leben unten so viele Veränderungen und Fortschritte mit sich.Und ich mu hier stagnieren wie ein Wasserloch, ja, ganz wie ein fauliger Tümpel, es ist gar kein zu krasser Vergleich.

Restaurant war es hell, elegant und gemütlich.Es lag gleich rechts an der Halle, den Konversationsräumen gegenüber, und wurde, wie Joachim erklärte, hauptsächlich von neu angekommenen, au er der Zeit speisenden Gästen, und von solchen, die Besuch hatten, benutzt.

hatten sich eben vor dem Stationsgebäude, das nicht viel mehr als ein Schuppen war, in das gelbe Kabriolett gesetzt, das dort auf steinigem Platze bereit stand, und während die beiden Braunen anzogen, warf sich Hans Castorp empört auf dem harten Kissen herum.

Heimat und Ordnung lagen nicht nur weit zurück, sie lagen hauptsächlich klaftertief unter ihm, und noch immer stieg er darüber hinaus.Schwebend zwischen ihnen und dem Unbekannten fragte er sich, wie es ihm dort oben ergehen werde.Vielleicht war es unklug und unzuträglich, da er, geboren und gewohnt, nur ein paar Meter über dem Meeresspiegel zu atmen, sich plötzlich in diese extremen Gegenden befördern lie, ohne wenigstens einige Tage an einem Platze von mittlerer Lage verweilt zu haben Er wünschte, am Ziel zu sein, denn einmal oben, dachte er, würde man leben wie überall und nicht so wie jetzt im Klimmen daran erinnert sein, in welchen unangemessenen Sphären man sich befand.

Übrigens war auch Joachim in belebter Stimmung, und um so freier und aufgeräumter ging ihr Gespräch, als die summende, pochende Dame ganz plötzlich aufgestanden und davongegangen war.Sie gestikulierten beim Essen mit den Gabeln, machten, einen Bissen in der Backe, wichtige Mienen, lachten, nickten, hoben die Schultern und hatten noch nicht ordentlich hinuntergeschluckt, wenn sie schon weitersprachen.

Station Landquart liegt vergleichsweise noch in mä iger Höhe jetzt aber geht es auf wilder, drangvoller Felsenstra e allen Ernstes ins Hochgebirge.Hans Castorp dies der Name des jungen Mannes befand sich allein mit seiner krokodilsledernen Handtasche, einem Geschenk seines Onkels und Pflegevaters, Konsul Tienappel, um auch diesen Namen hier gleich zu nennen, seinem Wintermantel, der an einem Haken schaukelte, und seiner Plaidrolle in einem kleinen grau gepolsterten Abteil er sa bei niedergelassenem Fenster, und da der Nachmittag sich mehr und mehr verkühlte, so hatte er, Familiensöhnchen und Zärtling, den Kragen seines modisch weiten, auf Seide gearbeiteten Sommerüberziehers aufgeschlagen.

dämmerte rasch.Ein leichtes Abendrot, das eine Weile den gleichmä ig bedeckten Himmel belebt hatte, war schon verblichen, und jener farblose, entseelte und traurige Übergangszustand herrschte in der Natur, der dem vollen Einbruch der Nacht unmittelbar vorangeht.

bestiegen den Lift, dessen elektrisches Triebwerk der Franzose bediente.Im Hinaufgleiten trocknete Hans Castorp sich die Augen. Ich bin ganz entzwei und erschöpft vor Lachen, sagte er und atmete durch den Mund. Du hast mir soviel tolles Zeug erzählt.

kommen zu uns als Patient, wenn ich mir die Frage erlauben darf Es war rührend zu sehen, wie Hans Castorp arbeitete, um sich artig zu erweisen und seiner Schläfrigkeit Herr zu werden.Er ärgerte sich, so schlecht in Form zu sein und sah mit dem mi trauischen Selbstbewu tsein junger Leute in dem Lächeln und dem aufmunternden Wesen des Assistenten Zeichen nachsichtigen Spottes.

Gleich zur Rechten, zwischen Haustor und Windfang, war die Concierge-Loge gelegen, und von dort kam ein Bediensteter von französischem Typus, der, am Telephon sitzend, Zeitungen gelesen hatte, in der grauen Livree des hinkenden Mannes am Bahnhof ihnen entgegen und führte sie durch die wohlbeleuchtete Halle, an deren linker Seite Gesellschaftsräume lagen.

Sonderbarerweise antwortete Hans Castorp hierauf nur mit der Frage, ob man hier eigentlich Porter bekommen könne, und als sein Vetter ihn etwas erstaunt betrachtete, sah er, da jener im Einschlafen begriffen war, eigentlich schlief er schon.

Castorp a sehr stark, obgleich sein Appetit sich nicht als so lebhaft erwies, wie er geglaubt hatte.Aber er war gewohnt, viel zu essen, auch wenn er keinen Hunger hatte, und zwar aus Selbstachtung.Joachim tat den Gerichten nicht viel Ehre an.Er hatte die Küche satt, sagte er, das hätten sie alle hier oben, und es sei Brauch, auf das Essen zu schimpfen denn wenn man hier ewig und drei Tage sitze.

Neben ihm auf der Bank lag ein broschiertes Buch namens Ocean steamships, worin er zu Anfang der Reise bisweilen studiert hatte jetzt aber lag es vernachlässigt da, indes der hereinstreichende Atem der schwer keuchenden Lokomotive seinen Umschlag mit Kohlenpartikeln verunreinigte.